Unser Betreuungskonzept

Was wir "Wie" tun, tun wir aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und aus vollem Herzen. Wir erwarten von uns selbst, uns unseren Gästen anzupassen, nicht andersherum.

Respekt der Lebenswirklichkeit unserer Gäste

Unsere demenzkranken Gäste leben in einer eigenen Lebenswirklichkeit. Der zu widersprechen erzeugt Störreize, die das Zusammenleben mit Nichtdementen sehr belasten.

Wir akzeptieren die Lebenswirklichkeit unserer demenzkranken Gäste und passen uns dieser empfundenen Lebenswirklichkeit an. Deshalb müssen sich unsere Gäste auch nicht unserer institutionellen Realität anpassen. Wir gehen in wertschätzender Weise mit dieser "individuellen Realität" um. Dabei pflegen wir einen validierenden Umgang mit unseren Gästen. D. h. dass wir ihre Realität nicht korrigieren, sondern akzeptieren. Der Sinn dieses Verhaltens liegt in der Verminderung von Störreizen. Die Welt eines Demenzkranken kann nicht friedlich sein, wenn sie ständig von außen verbessert und korrigiert wird. Ein solches Verhalten erzeugt nur Aggression, Wut und Konflikt. Wir aber wünschen uns ein harmonisches Miteinander, unabhängig von der erlebten Realität.

Sicherheit schenken und Vertrauen schaffen

Unsere Gäste finden Sicherheit in einer festen Tagesstruktur. Dabei orientieren wir uns an der Normalität. So kommen unsere Gäste jeden Morgen zur gleichen Zeit in der Tagespflege an. Ein gemeinsames Frühstück, Betreuungsangebote, die Herstellung des Mittagessens, Ruhephasen und Unruhephasen wechseln sich ab, bevor wieder neue Betreuungsangebote neue Anreize setzen. Je nach Befindlichkeit der Gäste werden wir auch Fingerfood (schnelle Nahrungshäppchen) zur Kalorienaufnahme bei motorischer Unruhe auch außerhalb von Mahlzeiten zur Verfügung stellen. Auch Getränke stehen ganztägig zur Verfügung und es wird aktiv angeregt davon Gebrauch zu machen.

Bei geriatrischer Pflege achten wir auf eine ziel- und fachgerechte Pflege unserer Gäste. Über die Struktur der Tagespflege in verschiedene Gruppen werden wir den individuellen Erfordernissen von Pflegebedürftigkeit gerecht und vermeiden Störreize innerhalb der Gästegruppe. Jede Pflegebedürftigkeit erfordert zielgerechte und dem Einzelnen gerecht werdende Pflegemaßnahmen. Darum bemühen wir uns in unserer täglichen Arbeit mit den uns vertrauenden Menschen.

Intimität und Schutz für unsere Gäste

Wir wissen um die sensitiven Fähigkeiten und Bedürfnisse von Demenzkranken. Wir werden daher eine Kontaktaufnahme der Gäste untereinander nicht im Wege stehen. Wir wissen, dass es dabei auch zum Austausch von Zärtlichkeiten kommen kann. Solange nicht von einem Ungleichgewicht auszugehen ist, werden wir solchen Normalitäten nicht im Wege stehen, sie aber sorgfältig beobachten. Wir sind uns gerade hier unserer besonderen Verantwortung bewusst.

Unser Betreuungsangebot richtet sich nach den Bedürfnissen der Gäste. Diese herauszufinden ist unsere Aufgabe. Denkbar sind Aktivitäten wie das gemeinsame musizieren und singen, basteln oder auch spielen. Aber auch ganz normale Dinge werden berücksichtigt. Das Führen des Haushalts. Reinigungsarbeiten. Das gemeinsame Erstellen der Mahlzeiten. Der gemeinsame Spaziergang durch den Ort, gemeinsam in den Fernseher zu schauen. Nichts ist hier undenkbar.